REVISTA/ZEITSCHRIFT ECONOMÍA HISPANO-ALEMANA 01/2020

26 economía HISPANO - ALEMANA Nº 1/2020 Der Innovation den Takt vorgeben Diese unternehmenseigenen Acceleratoren haben sich gemein- sam mit Venture Capital und Innovationshubs zu einem der wich- tigsten Werkzeuge gemausert, mit denen große Firmen neue Ge- schäftsmodelle integrieren, disruptive Technologien ankurbeln oder neue Einnahmequellen entwickeln. In einer Welt, die sich mit schwindelerregender Geschwindigkeit verändert, stellt offene Innovation eine der Säulen dar, auf denen die digitale Strategie großer Unternehmen wie Telefónica, Indra, Santander, Endesa, Iberdrola oder CaixaBank ruht, da sie von den Vorteilen der Arbeit mit Startups profitieren können: Dazu zählen ein höherer Grad der Spezialisierung, eine höhere Agilität und die Möglichkeit der Kurskorrektur. Wie María Benjumea erklärt, brauchen Startups „Ressour- cen, um ihr Geschäft voranbringen zu können“, während sich „große Unternehmen, also die traditionelle Unternehmens- welt, auf andere Art und Weise sehr schnell verändern müs- sen, um der Nachfrage auf dem Markt gerecht zu werden“. Für Benjumea gelingt diese Beziehung dann, wenn eine „ Win-win - Kultur gefördert wird, in der jeder ein Interesse am Erfolg des anderen hat“. Es geht also darum, das zu erreichen, was bei Spain Startup als „Engelskreis der Startups“ bezeichnet wird, nämlich „ein Gleichgewicht zwischen allen am unternehmeri- schen Ökosystem Beteiligten, wo es keine Interferenzen gibt und der Ablauf immer besser funktioniert“. Ziel: Das „Tal des Todes“ überwinden Die Kapitalbeschaffung ist das, was Jungunternehmern dasmeiste Kopfzerbrechen bereitet, wenn sie ihr Projekt in Gang bringen wollen. Wenn die eigenen Mittel und die FFF-Finanzierung (FFF für „Friends, Family & Fools“) erst einmal erschöpft sind, werden Kapitalfonds und Business Angels zu den besten Verbündeten beim Durchschreiten des „Tals des Todes“ – so bezeichnet der Sektor scherzhaft die finanzielle Durststrecke, die in der Anfangsphase überwunden werden muss. Rodolfo Carpintier, Präsident und CEO von Digital Assets Deployment, einem Inkubator für Unternehmen im Bereich Internet und Technologie 2.0, definiert die Person des Business Angel als „jemand, der sein Geld in Projekte mit hohem Risiko und hoher Rentabilität investiert und dabei auf Branchen oder Themen setzt, wo er glaubt, den Unternehmer beratend begleiten zu können“. Er fügt hinzu: „Es handelt sich meistens um Fachleute, die zwischen zehn und 20 Prozent ihrer Ersparnisse für Investitionen in ihrem Interessengebiet beiseite legen, auch wenn dies ein hohes Risiko bedeutet.“ Software, Banken und Finanzen, Unterhaltung und Handel sowie Geschäfte, die mit Gesundheit, Biotechnologie und Pharmazeutik zu tun haben, gehören für Investoren zu den attraktivsten und interessantesten Branchen, wie aus dem Bericht „Business Angels 2019. Investitionen in Startups: Geschäftstätigkeit und Tendenzen“ des Spanischen Verbands der Business Angels (AEBAN) hervorgeht, der insgesamt 35 Business-Angel-Netzwerke und 2.000 Investoren miteinander verbindet. Auch Rodolfo Carpintier bestätigt: „Derzeit wird am meisten in Technologie und Internet investiert, und wir gehen davon aus, dass Biotechnologie und Nanotechnologie immer stärker vertreten sein werden.“ Um passende Gelegenheiten aufzuspüren und eine Geschäfts- tätigkeit zu entwickeln, organisiert sich der Sektor um Netz- werke von Business Angels herum, die Investitionsgelegenhei- ten vorab auswählen und präsentieren. Mit diesem Ziel brachte die AHK Spanien vor Kurzem das piosphere Business Angels Network (p!ban) in Gang, eine Initiative, die in regelmäßigen Abständen Treffen veranstaltet, bei denen einem Netz privater Investoren eine Auswahl an Firmen vorgestellt wird, die Finan- zierung benötigen. Bei AEBAN geht man davon aus, dass „das Interesse an Techno- logien wie Virtual und Augmented Reality, Künstlicher Intelligenz oder 3D-Druck immer weiter steigt“, was eine „Abkehr von In- vestitionen in andere Startups mit weniger disruptiven Techno- logien“ zur Folge haben wird. Im Bereich der kurzfristigen Inves- titionen sieht der Verband voraus, dass es immer mehr Zuflüsse aus dem Ausland in spanische Startups geben wird, und auch die Investoren erwarten, dass diese Zuflüsse im Lauf dieses Jah- res zunehmen werden. w Foto: Cuatrecasas Acelera

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