REVISTA/ZEITSCHRIFT ECONOMÍA HISPANO-ALEMANA 01/2020
Das Profil des spanischen Unternehmers Unabhängig von der Frage, ob die Bedingungen für die Geschäftstätigkeit in Spanien vorteilhaft sind oder nicht, stimmenExpertendesSektorsdarinüberein, dass eingewisser Unternehmergeist immer stärker spürbar wird. Dem GEM 2019 zufolge geben 70,7% der spanischen Unternehmer an, ihre Tätigkeit aufgrund einer günstigen Geschäftsgelegenheit aufgenommen zu haben – demgegenüber stehen 22,6%, die als Motivation eine „Notwendigkeit aufgrund mangelnder Alternativen auf dem Arbeitsmarkt“ angeben. „Ich sehe eine immer stärker ausgeprägte Gründerkultur in Spanien: Die Leute gründen Firmen, weil sie eine Gelegenheit erkennen, die sie dazu motiviert. Die Suche nach einer guten Gelegenheit nimmt immer mehr Raum ein“, bestätigt María Benjumea, Gründerin von Spain Startup, der Firma, die das größte Event für Unternehmer in Südeuropa organisiert: den South Summit. Nach Ansicht von Benjumea, Aushängeschild der spanischen Start-ups, ähneln sich der spanische und der europäische Unternehmer immer mehr. „Bis vor Kurzem ließen sich hier noch etliche Gründer von ihrer Angst vor demMisserfolg ausbremsen, aber glücklicherweise wissen wir immer mehr zu schätzen, wie viel wir aus der Erfahrung lernen können, und es gibt viel mehr Leute, die etwas riskieren“, erklärt die Unternehmerin. Der Prototyp des Unternehmers in Spanien setzt sich dem Bericht GEM 2019 nach folgendermaßen zusammen: männlich (53,1% gegenüber 46,9% Frauen), zwischen 35 und 44 Jahre alt und mit abgeschlossenem Studium (53,2% sind Hochschulabsolventen mitDiplom, Ingenieureoder habeneinenMaster- oderDoktortitel). Der Studie zufolge haben die meisten Jungunternehmer ein Innovationsprofil mit einer klaren Exportorientierung – 30% machen ihre Absicht deutlich, auf andere Märkte zu drängen. Trotz der immer noch ungleichen Geschlechterverteilung lässt die Studie außerdem eine stetige Reduzierung des Gefälles in den letzten Jahren erkennen, so dass aktuell zehn Männern, die in Spanien ein Geschäft gründen, neun Frauen gegenüberstehen – das sind deutlich mehr als im europäischen Durchschnitt (sechs Frauen pro zehn Männer). Acceleratoren geben Impulse Das wachsende Interesse an der Welt der Startups und der Technologie hat in den letzten Jahren zu einem Boom der Acceleratoren geführt, Beschleunigern also, die die aufblühenden Projekte in rentable und skalierbare Geschäfte verwandeln sollen. Einer kürzlich von Funcas durchgeführten Studie zufolge liegt die Anzahl der operativen Acceleratoren in Spanien bei etwa hundert. Unter deren Vorläufern sticht besonders Wayra hervor, ein Startup-Beschleuniger, der 2011 von Telefónica ins Leben gerufen wurde, um das Unternehmertum zu „demokratisieren“,
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