Revista Economía Hispano-Alemana 04-2019

78 economía HISPANO - ALEMANA Nº 4/2019 A R B E I T S R E C H T Der sogenannte Abrufvertrag („ contrato fijo-discontinuo “) stellt eine Spielart des unbefristeten Arbeitsvertrages dar und ist eher unbekannt. Für seine Anwendung sind die Bestimmungen des Artikels 16 des königlichen Gesetzesdekretes 2/2015 vom 23. Oktober sowie der für das Unternehmen geltende Tarifvertrag heranzuziehen. Der Abrufvertrag im spanischen Arbeitsrecht Unter welchen Voraussetzungen kann dieser Arbeitsvertrag geschlossen werden? Der Abrufvertrag ist gesetzlich zulässig, wenn für die normale Betriebsaktivität des Unternehmens bestimmte Arbeiten (i) fest, (ii) wiederkehrend, (iii) jedoch mit Unterbrechungen und (iv) nicht immer zum gleichen Zeitpunkt erbracht werden müssen. In diesem Sinne liegt ein wirksamer Abrufvertrag vor, wenn Arbeiten wiederkehrend mit Unterbrechungen oder zyklisch, jedoch in unabhängigen Zeitabschnitten erbracht werden müssen und diese Arbeiten eine gewisse Ähnlichkeit oder Homogenität aufweisen (Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs vom 24. Februar 2016, Nr. 2493/2014). Im Gegensatz hierzu liegt gemäß den Bestimmungen der Artikel 12.3 und 16.1 ET kein spanischer Abrufvertrag, sondern ein unbefristeter Teilzeitvertrag vor, wenn die Arbeiten mit Unterbrechungen jedoch immer zu den gleichen Zeitpunkten zu leisten sind. Wie unterscheidet sich der Abrufver- trag von befristeten Verträgen sowie von dem unbefristeten Vollzeitarbeits- vertrag? Ausschlagend für die Unterscheidung von befristeten Verträgen ist, ob die Arbeit zyklisch oder nur gelegentlich erfolgt. Das bedeutet, wenn die Arbeit nur gelegentlich, sporadisch, unvorhergesehen und/oder manchmal zu leisten ist, liegt ein befristeter Vertrag vor. Wenn die Arbeit jedoch zyklisch, mit Unterbrechungen, wiederkehrend oder vorhersehbar erfolgt, dann liegt ein spanischer Abrufvertrag vor und diese Art der Arbeit kann daher nicht im Rahmen eines befristeten Vertrages vereinbart werden.

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