Revista CCA 3-2019 calidad media

48 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2019 Blicke auf die Alhambra gewährt. Die Allee trägt ihren Namen übrigens von früheren Trauerzügen, die sich auf den Weg zum Friedhof hinter der Alhambra gemacht hatten. Oben angekommen, werden Sie mit einem einzigartigen Ausblick auf die Stadt belohnt. Bevor Sie jedoch die prunkvollen Innenräume der damaligen Herrscher erkunden, haben Sie in den großzügig erbauten Gartenanlagen die Möglichkeit, sich vom (kräftezehrenden) Anstieg zu erholen – in den Gärten Generalife ruhten sich seinerzeit schon die arabischen Herrscher aus. Gönnen Sie sich einen Moment und sammeln Sie Kräfte – denn in Granada kann es vor allem in der Mitte des Jahres richtig heiß werden. Regentage in den Sommermonaten sind hier eine wahre Seltenheit. Voller Energie lassen sich im Anschluss dann die ed- len Räumlichkeiten in den sogenannten Palacios de los Nazaríes , den Nasridenpaläs- ten, entdecken. In den Räumen des Monarchen finden sich auf- wendig verzierte Doppelbögen, auf denen Verse aus dem Koran mit beein- druckender Detailverliebtheit eingearbeitet wurden. Die mit Stuck verzierten Bögen haben dabei weniger eine tragende Funktion, sie dienen vielmehr dekorativen Zwe- cken. Übrigens: Wer hier im Sinne der Redensart „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ Gemälde wie in Kirchen oder christli- chen Burgen vermisst, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass im Islam ein striktes Bilderverbot herrscht. Deswegen sind die ar- chitektonischen Elemente so reich an Inschriften verziert, dass kein Zentimeter frei blieb! Uneingeschränktes Postkartenmotiv ist hier der Patio de los Leones , der Löwenhof, der in der Blütezeit der arabischen Herrschaft erbaut wurde und den Reichtum der Araber zu dieser Zeit widerspiegelt. Der Innenhof verdankt seinen Namen den zwölf wasserspeienden Löwen, die um den zentralen Brunnen angeordnet sind. Unvergleichbar machen den Patio aber vor allem die 124 sich im Hof befindlichen Säulen. Am Brunnenrand lässt sich außerdem ein Vers des Dichters Ibn Zamrak entdecken, der den Abschluss unserer Reise in die Alhambra mit den Worten: „ Selig ist das Auge, das diesen Garten der Schönheit sieht “, mehr als nur treffend beschreibt. „Lo que Sevilla te da, no te lo quita nadie” „Was Sevilla dir gibt, nimmt dir niemand mehr“. Dieser Spruch stammt vom berühm- ten sevillanischen Sänger Juan Peña und beschreibt das Selbstverständnis und Lebensgefühl der an- dalusischen Hauptstadt perfekt – Sevilla muss man einfach erlebt haben! Nach zweieinhalbstündiger Fahrt erreichen wir die mit fast 700.000 Einwohnern siebtgrößte Stadt Spaniens. Im Zentrum angekommen, starten wir unsere Entdeckungstour an der Plaza Nueva und erreichen fußläufig das unübersehbare Wahrzeichen der Stadt – die Giralda . Der Glockenturm, der mit ca. 98 Metern in die Höhe ragt, war zeitweise der höchste Turm der Welt und wurde 1184 ursprünglich als Minarett einer Moschee gebaut sowie nach der Rückeroberung der Christen mehrmals verändert. Trauen Sie sich auf den Turm! Sie werden mit einem traumhaften Ausblick auf die Stadt und die an den Turm angeschlossene Kathedrale belohnt, in der die sterblichen Überreste Christopher Kolumbus zu finden sind. Die Giralda besitzt keine Treppen – sondern lediglich 35 Rampen, die breit genug sind, damit der Sultan mit seinem Pferdegestüt bequem hinaufreiten konnte. Einige Gehminuten entfernt befindet sich der Real Alcázar de Sevilla , ein mittelalterlicher Königspalast, der noch heute offizielle Königsresidenz sowie ein Paradebeispiel für die Mudéjar -Architektur ist. Unter dieser versteht man einen islamischen Baustil, der unter christlicher Herrschaft realisiert wurde. In späteren Zeiten interessierte sich die Filmindustrie so sehr für diesen Baustil und den Alcázar , dass hier zum Beispiel weite Teile der bekannten „Game of Thrones“-Reihe gedreht wurden. Genießen Sie Ihren Besuch indenangeschlossenenGärtendes Palasts und entspannen Sie sich beim Duft der Orangenbäume, die hier wachsen! Unweit davon entfernt befindet sich das letzte Ziel unserer Reise, die Plaza de España . Der für die iberoamerikanische Auss t e l l ung im J ah r 1929 errichtete Platz umfasst rund 50.000 Quadratmeter und lädt zum Flanieren Panorama Real Alcázar de Sevilla Foto: Turismo de Sevilla Plaza de España Foto: Turismo de Sevilla

RkJQdWJsaXNoZXIy NjIyODI=