Revista CCA 3-2019 calidad media

42 economía HISPANO - ALEMANA Nº 3/2019 TÜV SÜD ATISAE ist ebenso wie viele andere deutsche Unternehmen in Spanien auch für den portugiesischen Markt zuständig. Gibt es bei der Verwaltung dieses Markts irgendwelche Besonderheiten? Und wie laufen die Geschäfte von TÜV SÜD in Portugal? In Portugal sind wir zwar kleiner als in Spanien, aber TÜV SÜD Iberia verfolgt dieselbe Vision, Aufgabe und dieselben globalen Werte wie die ganze Gruppe, wobei sich die Firma an die lokalen Besonderheiten jedes Landes anpasst. Zum Beispiel bieten wir für unsere Kunden einen exklusiven Beratungsdienst im Bereich der Automobilmarken und haben vor kurzem einen Vertrag mit Renault unterzeichnet. Abgesehen vom traditionellen Geschäft der TÜV-Prüf- stellen (ITV in Spanien) hat sich TÜV SÜD in Spanien schon sehr früh auf Dienstleistungen im Zusammenhang mit Digitalisierung und Industrie 4.0 konzentriert. Sie erwähnen oft nicht ohne Stolz, dass Ihr Unternehmen an den ersten drei industriellen Revolutionen beteiligt war. Wie sehen Sie die Digitalisierung in Spanien und was können Sie uns über den „Industrie-4.0-Maturity-Index“ aus dem Angebot von TÜV SÜD berichten? Der „Industrie-4.0-Maturity-Index“ oder Reifeindex entstand bei der größten technologischen Industriemesse der Welt, der Hannover-Messe, durch einen Verbund von Universitäten, TÜV SÜD und anderen renommierten Unternehmen, die Firmen bei der Einführung von Industrie 4.0 helfen wollten. Bei TÜV SÜD setzen wir den Smart Industry Readiness Index ein, um den Entwicklungsstand von Firmen zu messen und sie bei der Entfaltung ihres vollen Potenzials zu unterstützen. Das Unternehmen spielte und spielt eine wichtige Rolle bei der Gründung, Entwicklung und Verbreitung des Projekts auf inter- nationaler Ebene; in Spanien haben wir den ersten Reifeindex zum Beispiel an Canal de Isabel II verkauft. Außerdem ist unser Inspektionsschema “Triángulo Digital“ (Digitales Dreieck) sehr erfolgreich. Wir arbeiten mit der Sicherheitsnorm IEC 62443 und integrieren so Sicherheit als übergreifende Funktion; ebenso in Informatiksystemen mittels der Zertifizierung ISO 27000 und IEC 62234, Beratung in IT- Security und Pen-Testing. Heutzutage sind wir uns alle bewusst, dass die Digitalisierung die vierte technologische Revolution ist: Automatisierte Fabri- ken, intelligente Software und autonome Fahrzeuge sorgen für ein höheres Maß an Produktivität und Effizienz. Spanien hat erkannt, dass Industrie 4.0 eine große Chance ist, und den Firmen ist absolut klar, dass nur diejenigen, die ihre Arbeitsabläufe zu digitalisieren in der Lage sind, wettbewerbsfähig bleiben. Wir unterstützen viele von ihnen von unserem Digital-Services-Bereich aus, damit alle ihre Abläufe dank industrieller Cybersecurity, Machine Learning , IoT (Internet der Dinge) und fortgeschrittener Analytik siche- rer, effizienter, zuverlässiger und nachhaltiger werden. Dennoch bleibt noch viel zu tun. Einem Bericht von Strategy& (PwC) zufolge befinden sich aktuell 68% der spanischen Indus- trieunternehmen in einem mittleren oder niedrigen Stadium der Digitalisierung und nur 32% in einem fortgeschrittenen Stadium. Darüber hinaus erzielen diese Firmen nur 20% ihres Umsatzes durch Produkte und Dienstleistungen, die einen digi- talen Teil beinhalten. Cybersecurity ist auch ein wichtiges Thema bei der aktuellen digitalen Neuorientierung. Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht? Sind hiesige Firmen auf diese Art von Risiko vorbereitet? Während viele Firmen Cybersecurity nicht so ernst nehmen, wie sie eigentlich sollten, bietet TÜV SÜD ein breites Spektrum an Dienstleistungen, die von Beratung im Hinblick auf IT- Verwaltungssysteme bis zur Zertifizierung des Datenzentrums oder der Normen ISO 20.000, 27.001 und 22.301 reichen, ebenso wie Dienstleistungen im Bereich der Cybersecurity wie die Zertifizierung von online getätigten Käufen (S@fer) oder die Vorhersage eines möglichen Angriffs und so weiter. Die Digitalisierung und die zunehmende Konnektivität schaf- fen viele Möglichkeiten, aber sie bringen auch unvorherseh- bare Risiken und eine große Verletzbarkeit mit sich, die durch neue Arten des Cyberverbrechens ausgenutzt werden kann. In Spanien ist die Internetkriminalität in den letzten zwei Jahren um 140% gestiegen, und in Deutschland gab es vor kurzem den Verdacht, dass die Regierungsflugzeuge einem Cyberan- griff zum Opfer gefallen sein könnten. TÜV SÜD ist Mitglied des Charter of Trust und einige große Unternehmen wie Siemens, Airbus oder Daimler entwickeln wichtige Standards für Cybersecurity. Es ist unerlässlich, stän- dig in diese Projekte zu investieren, um bezüglich der techno- logischen Entwicklung auf dem neuesten Stand zu bleiben, da sich auch die Internetverbrecher schnell weiterentwickeln und immer neue Angriffsformen erfinden, um die Netzwerke und Basisinfrastruktur der Firma zu hacken. Standort Spanien

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