Revista CCA 3-2019 calidad media

Für diese Variante setzt sich auch die Europäische Kommission ein, die schätzt, dass die Einführung eines zirkulärenWirtschafts- modells in der gesamten EU bis 2030 zu einem Gewinn von 1,8 Billionen Euro führen könnte, also 900 Milliarden mehr als unter dem aktuellen linearen Wirtschaftsmodell. Zudem hat die Ge- meinschaftsexekutive berechnet, dass die Industrie mit diesem Produktionssystem 600 Milliarden Euro an Rohstoffen (ca. 8% des EU-Jahresumsatzes von 2015) einsparen und 580.000 neue Arbeitsplätze schaffen könnte, von denen etwa 30% mit der Er- füllung der EU-Regelung für Abfallstoffe und ökologische Inno- vation zusammenhängen würden. Ein neues Leben für Abfallstoffe Wenn nicht unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden, wird es im Jahr 2050 weltweit 70%mehr Müll als heute geben, warnt der 2018 von der Weltbank veröffentlichte Bericht What a Waste 2.0: A Global Snapshot of Solid Waste Management to 2050 . Die letzten verfügbaren Daten von Eurostat lassen erkennen, dass von den jährlich in der EU erzeugten 2,5 Milliarden Tonnen Abfall nur 900 Millionen wiederverwendet werden; die durch- schnittliche Recyclingrate liegt bei 36%, variiert aber stark von Region zu Region. Aus derselben statistischen Quelle geht hervor, dass 2015 in Spanien 110,5 Millionen Tonnen Abfall erzeugt wurden, von denen ungefähr 30% recycelt wurden; darin spiegelt sich die Verschwendung eines Großteils der Ressourcen in einem inter- nationalen Kontext wider, der von der Knappheit und Verteue- rung der Rohstoffe gekennzeichnet ist. Obwohl es immer noch zahlreiche Herausforderungen gibt, machen immer mehr Firmen das Abfallrecycling zu einem Teil ihres täglichen Geschäfts. Ein Beispiel hierfür ist der multinationale deutsche BASF-Konzern, der mehrere Initiati- ven diesbezüglich in Gang gesetzt hat, so zum Beispiel das „Chemcycling“, ein Recyclingprojekt, bei dem mittels thermo- chemischer Prozesse Plastikmüll, der nicht recycelt werden kann, für die Produktion von synthetischem Öl oder Gas wie- derverwendet wird. „Die recycelten Rohstoffe, die daraus ent- stehen, können für die Produktion von chemischen Produkten genutzt werden und teilweise fossile Ressourcen ersetzen“, erklärt der Konzern. Im Kontext des angestrebten zirkulären Modells hat das Unternehmen auch ecovio® entwickelt, eine Linie von teilweise aus Mais hergestellten Polymeren, die nach ihrer korrekten Verarbeitung in Kompostanlagen in Dün- ger umgewandelt werden können.

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