Economia-Hispano-Alemana-02-2019
46 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2019 der die Vibrationen während des Arbeitsprozesses fortlaufend überwacht. Bei den Nullpunktspannsystemen, die wir seit Jah- ren herstellen, haben wir Überwachungssensoren hinzugefügt, um die Stillstandszeiten der Maschinen zu reduzieren und so die Arbeitszyklen zu optimieren. Im Bereich der Gripping Systems haben wir die Verbindung zun intelligenten Sensorenkommunikationssytem IO-Link einge- baut, wodurch sich nicht nur die Nahfeldkommunikation unserer Greifer verbessert, sondern auch die Verbindung mit Informa- tions- und Big-Data-Netzwerken erleichtert wird, die so wichtig für die Industrie der Zukunft sind. Ein weiteres Beispiel sind die Greifer der Serie Co-act, die für den Einsatz in kooperationsfä- higen Anwendungen geschaffen wurden, um Barrieren nieder- zureißen und eine reibungslose Zusammenarbeit von Arbeitern und Robotern zu ermöglichen. Diese Innovationen im Sektor haben nicht nur eine höhere Effizienz in den Produktionsanlagen zur Folge, sondern stellen auch eine soziale Aktion dar, da durch sie Arbeitsplätze verbessert werden und das Erwerbsleben der Werktätigen mithilfe von Robotern verlängert wird, zum Beispiel bei Aufgaben, die besondere Präzision, sich wie- derholendeBewegungenoder dasTragenschwerer Lastenerfordern. Das nunmehr dritte deutsch-spanische Unternehmerforum der AHK Spanien hat im November 2019 in Bilbao das The- ma Talentmanagement zum Schwerpunkt. Wie lautet die Antwort von SCHUNK Intec auf das auch in Spanien be- stehende Phänomen mangelnder Fachkräfte? Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ergibt sich oft aus dem Talentmanagement der Unternehmen. Man hat sich daran gewöhnt, Talente unter Vertrag zu nehmen und die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte anderen zu überlassen. Wir glauben, dass die Firma an der Ausbildung Anteil nehmen muss, und in Spanien gewinnt derzeit die duale Berufsausbildung wieder an Prestige, die eine direkte Verbindung zwischen der Firma, dem Studienzentrum bzw. der Berufsschule und dem Auszubilden- den oder Studierenden im dualen System ermöglicht. Die Zu- sammenarbeit mit den Unternehmen hat noch Verbesserungs- potenzial, aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Die duale Berufsausbildung liegt Ihnen besonders am Her- zen. Sie sindneben Ihrer Tätigkeit bei SCHUNKseit 2015 auch Präsident des Vorstandes der deutschen Auslandsberufschu- le FEDA Barcelona und Geschäftsführer des an die FH-SWF angegliederte Studienzentrum EDU (España-Deutschland University Studies). Wie sieht die betriebsübergreifende För- derung der dualen Berufsausbildung und Studien aus? Wel- cheWege sind hier noch zu beschreiten? Man muss die konventionellen Lösungen in Frage stellen und die berufliche Ausbildung in das duale Studium einbinden, um auf diese Weise Talente auszubilden und den Nachwuchs zu fördern, so wie wir es in den Zentren von FEDA EDU (www.fedaedu.com ) bereits machen. Dafür ist eine Unternehmenskultur mit einem klaren sozialen Engagement auf korporativer Ebene erforder- lich, die die Talentförderung unterstützt, ganz gleich, ob es sich um Nachwuchs in Form von Jugendlichen zu Beginn ih- res Arbeitslebens handelt oder um Angestellte, deren Karri- ereplanung von einer fortwährenden Weiterbildung begleitet werden soll. Eine Art, wie wir erreichen könnten, dass sich alle an der Talentförderung beteiligen, wäre, dass jedes Un- ternehmen – abhängig von der Zahl seiner Angestellten – ver- pflichtet wird, Quoten einzuhalten und auszubilden. Das wäre eine wichtige und notwendige soziopolitische Entscheidung, um das Problem der hohen Jugendarbeitslosigkeit zu lösen, die in Spanien sowohl in Zeiten der Rezession als auch in den Jahren des Aufschwungs besteht. Vor drei Jahren haben wir unser Vertriebsbüro an eine zentrale Stelle des universitären Bildungszentrums TecnoCampus ver- legt. Durch Besuche im Büro und im Tec-Center, wo die Studie- renden unsere Produkte sehen und anfassen können und die Möglichkeit haben, an Vorträgen teilzunehmen, entsteht ein engerer Kontakt zu den jungen Nachwuchskräften. Nicht nur Ihre Mitarbeiter sind kontinuierlich am Ler- nen, auch die mit Ihrer Greiftechnik ausgestatteten Roboter werden immer smarter, so dass zunehmend von der Zusammenarbeit Mensch-Roboter gespro- chen wird. Wie können wir uns diese Zusammenarbeit in den Smart Factories der Zukunft vorstellen? Sie ist sehr wichtig, und auch wenn es stimmt, dass es An- wendungen gibt, die Arbeitsplätze verschwinden lassen werden, so sind dies doch diejenigen Arbeitsplätze, die wir uns nicht für unsere Kinder wünschen – sich wiederholende Tätigkeiten oder solche, die das Tragen schwerer Lasten er- fordern. Letztendlich werden Roboter diejenigen Tätigkeiten erledigen können, die ein Risiko am Arbeitsplatz darstellen. Man muss bedenken, dass die Arbeitslosenquote in den Ländern, wo es die meisten Roboter pro Kopf gibt, viel nied- riger ist. Und man darf auch nicht vergessen, dass sich die Arbeitskräfte mithilfe der beruflichen Weiterbildung auf die Standort Spanien
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