Economia-Hispano-Alemana-02-2019

25 economía HISPANO - ALEMANA Nº 2/2019 Darüber hinaus ermöglicht dieses flexibleundvernetzteÖkosystem die Individualisierung der Massenproduktion. Hersteller wie BMW beispielsweisebinden ihreKundeninformationen inden Fertigungs- prozessmit ein. Über eineOnline-PlattformhabenBMW-Kundendie Möglichkeit, ihre Bestellungen bis wenige Tage vor Montagebeginn ohne Einfluss auf die Lieferzeiten anzupassen. Andererseits trägt der Informationsfluss in Echtzeit dazu bei, Lo- gistikabläufe zu verbessern und Fehler zuminimieren. „Es werden immer mehr Systeme zur Verbesserung der Prozesskontrolle und Rückverfolgbarkeit eingeführt“, sagt Adriana Menjón, Beraterin für Industrie 4.0 bei Trumpf Spanien. Die Expertin des Unterneh- mens, das einer der Pioniere bei der Umsetzung von Industrie 4.0 imWerkzeugmaschinensektor ist, nennt als Beispiel die Z ustands- überwachungssysteme, die es ermöglichen, Systemdaten unab- hängig vom Standort zu visualisieren, präventive Wartungsarbei- ten besser zu planen und ungeplante Stillstände zu vermeiden. Humanressourcen, das Rückgrat der Fabrik der Zukunft Dieser Paradigmenwechsel in der Produktion ist zwangsläufig mit einer Umwälzung des Arbeitsmarktes verbunden, da eine Neuausrichtung der vorhandenen Arbeitskräfte an die neuen Voraussetzungen für die Industrie-4.0-relevanten Arbeitsplät- ze notwendig wird. Verschiedene Berichte stimmen überein, dass diese industrielle Auto- matisierung eine Doppelwirkung auf das Humankapital haben wird. Einerseits geht man von der Übernahme der Tätigkeiten durch Ma- schinen an jenen Arbeitsplätzen aus, die eine geringe Qualifikation erfordern. Andererseits wird auch auf einen Komplementaritätseffekt verwiesen, derdieNachfragenachFachleutenverstärkt, diedurchStär- ken wie Kreativität, Flexibilität oder Problemlösungskompetenz eine höhere Wertschöpfung ermöglichen. Es werden weiterhin Menschen sein, die für die Konzeption und Gestaltung des Produkts verantwort- lich sind, ebenso wie für die Entscheidung, welche Art der Herstellung am besten geeignet und wie diese umzusetzen ist. Dadurch entste- hen kollaborative Arbeitsumgebungen in der Fabrik, in denen Arbeiter und Roboter Seite an Seite zusammenarbeiten, ohne dass Sicherheits- schranken erforderlich sind. Derzeit führen Roboter 29%aller Aufgaben aus,bis2022wirddieserWertauf42%undschließlichauf57%steigen. So geht das Weltwirtschaftsforum davon aus, dass die Robotisie- rung bis 2022 den Abbau von 75Millionen Arbeitsplätzenweltweit und die Schaffung weiterer 133 Millionen neuer Arbeitsplätze be- deuten könnte. Vor diesem Hintergrund benötigen Unternehmen mehr Spezialisten für Mechatronik, Industriekommunikation, Big Data & Analytics, Schnittstellendesign, Roboterwartung, 3D-In- dustriedesign und andere neue technologiebasierte Berufsbilder, die für die Smart Factories von Bedeutung sind.

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