Revista-CCA-4-2018-web
87 economía HISPANO - ALEMANA Nº 4/2018 tn AHK Spanien präsentiert Resultate des Projekts JoinVET, gefördert von der JPMorgan Chase Foundation Ende September 2018 ging das zweijährige berufsbildendende Projekt „JoinVET“ zu Ende, das die AHK Spanien gemeinsam mit sechs weiteren Projektpartnern der Förderung durch die JP Morgan Chase Foundation verdankt. Die Idee war am Beginn so einfach wie herausfordernd: kleinen und mittelständischen Betrieben in Spanien den Weg in die betriebliche Ausbildung zu ebnen. Während große Unternehmen oftmals genug Ressourcen freistellen können, um duale Ausbildungsprojekte anzuschieben, kämpfen kleine und mittelständische Unternehmen mit vielen Hindernissen auf diesem Weg: ihnen fehlen Zeit, Ressourcen, Know-how und Unterstützung. In Deutschland funktioniert die Einbindung der KMU in die duale Ausbildung vor allem über das System der überbetrieblichen Ausbildungszentren, das die Einheitlichkeit der betrieblichen Ausbildung aller Auszubildenden gewährleistet – unabhängig von Größe und Ausrichtung des jeweiligen Ausbildungsunternehmens. Die überbetriebliche Ausbildung wird in Lehrwerkstätten durchgeführt, die nicht von den Berufsschulen abhängen, sondern von den Ausbildungsunternehmen und dem Staat getragen werden – viele von ihnen Kompetenzzentren, in denen die Azubis den neuesten Stand der Technik kennenlernen können. In Deutschland gibt es um die 1.000 solcher Lehrwerkstätten, die einen Großteil der technischen und handwerklichen Berufsausbildung abdecken. Die AHK Spanien hatte bereits 2015 einen Ansatz entwickelt, diese Idee in die spanische Berufsausbildung zu bringen: das Projekt 2+1. Fußend auf einer zweijährigen spanischen Berufsausbildung durchlaufen Azubis in diesem Projekt ein drittes, duales Jahr, in dem sie Praxisblöcke in ihren Ausbildungsunternehmen mit theorisch-praktischen Phasen in einer Lehrwerkstatt verbinden, die gemeinsam von den Ausbildungsbetrieben getragen wird. Nach dem dritten Jahr erhalten die Azubis neben dem spanischen auch den deutschen Abschluss. Federführend am Beginn dieses überbetrieblichen Projekts war die Firma Siemens, die sich aber bewusst nach dem ersten Jahr aus der Organisation zurückgezogen hat (siehe Studie „Cooperar para formar“, Fundación Bertelsmann, S. 199-210). Die Idee des Projekts JoinVET war es, den Ansatz 2+1 auszubauen und auch in anderen Regionen Spaniens umzusetzen. Die Projektpartner haben zwei Jahre lang in Madrid, Zaragoza, Barcelona und Valencia gemeinsammitspanischenBerufsschulen(SalesianosAtocha,Salesianos Zaragoza, Esteve Terradas, Eduardo Merello, u.a.) und zahlreichen Unternehmen daran gearbeitet. Unter demStrich folgten bis September 2018 87 Azubis den 2+1-Programmen in 19 Ausbildungsbetrieben, davon sechs KMU (unter 250 Beschäftigte), die vorher nicht dual ausgebildet haben. In Zaragoza hoffen die Projektpartner, das Projekt im BereichWerkzeugmechanik imSpätherbst 2018 anschieben zu können. Die AHK Spanien dankt allen Partnern, vor allem aber der JPMorgan Chase Foundation, für die zweijährige Unterstützung, in deren Rahmen die AHK Spanien und die Cámara de Zaragoza auch zum ersten Mal einen „Girls‘ Day“ in ihren Regionen durchgeführt haben (Economía 2-2018, S. 82 und 3-2018, S. 80), um Mädchen stärker für die technische Berufsausbildung zu begeistern. Die Projektpartner führten in diesem Rahmen auch eine Studienreise nach Deutschland durch, um das System der überbetrieblichen Ausbildung aus erster Hand zu studieren und zu erfahren (Economía 3-2018, S. 81). Nach der zweijährigen Projektlaufzeit sind die Projektpartner davon überzeugt, dass in dem Ansatz der überbetrieblichen Ausbildung, die einhergehtmitderbegleitendenBetreuungderAusbildungsunternehmen durch übergeordnete Organisationen wie Verbände oder Kammern, ein wichtiger Schlüssel liegt, um KMU tatsächlich in die duale Ausbildung zu bringen – auch in Spanien. w Formación & Empleo
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