Revista CCA 2-2018 calidad media

Indikator 2015 2016 Vergleichsdaten Deutschland 2016 BIP (nominal, Mrd. Euro) 179,8 185,2 3.144,1 BIP pro Kopf (Euro) 17.388 17.961 38.114 Bevölkerung (Mio.) 10,34 10,31 82,5 2016 2017 2) 2018 2) BIP 1,5 2,6 2,3 Einfuhr 1) 4,1 7,5 6,7 Bruttoanlageinvestitionen 0,9 8,3 6,1 PrivaterVerbrauch 2,1 2,2 2,1 Wirtschaftsentwicklung: Vorkrisenstand 2018 erreicht Das Jahr 2017 war für Portugal wirtschaftlich betrachtet das bisher beste Jahr seit 2014. Rückenwind bescherte ein güns- tiges internationales Umfeld sowie die gute Konjunktur in der Europäischen Union (EU), die wichtigster Absatzmarkt für portugiesische Waren und Dienstleistungen ist. Der In- dikator zur wirtschaftlichen Einschätzung (ESI) stieg im No- vember 2017 auf ein hohes Niveau und zeugte von Zuver- sicht in Industrie, Dienstleistungssektor, Baugewerbe, Einzelhandel und unter den Verbrauchern. Das BIP wuchs in den ersten drei Quartalen real um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Erholung auf wichtigen Märkten im Verbund mit einer gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit be- günstigt weiterhin Exporte von Waren und Dienstleistungen sowie Anlageinvestitionen. Das lässt die Importe anziehen, die bis 2020 etwas stärker zulegen dürften als die Exporte. Die Binnennachfrage wächst robust. Dadurch hat sich 2017 das bislang moderate Wachstum beschleunigt. EU-Kommission und Portugals Zentralbank rech- nen mit einem realen Anstieg des BIP um 2,6 Prozent gegen- über 2016. Für 2018 ist die Zentralbank mit 2,3 Prozent etwas optimistischer als die EU-Kommission (2,1 Prozent). Die por- tugiesische Volkswirtschaft könnte 2018 nach einem Jahrzehnt an ihr Vorkrisenniveau anschließen. Die Haushaltsdisziplin der Regierung wirkt sich zwar nach- teilig auf den öffentlichen Konsum, aber positiv auf das In- vestorenvertrauen aus. Das Haushaltsdefizit wird dadurch wie geplant auf -1,4 Prozent des BIP sinken. Für 2018 sind -1 Prozent vorgesehen. Durch diese erfolgreiche Korrektur konnte die EU-Kommission das Verfahren wegen exzessiven Defizits, das seit 2009 gegen Portugal anhängig war, einstel- len. Als weitere Schritte zur Normalisierung haben die Ra- ting-Agenturen S&P im September und Fitch im Dezember 2017 die Bonität Portugals hochgestuft. Portugiesische Staatsanleihen werden damit erstmals seit 2012 wieder im Investment-Grade-Rating geführt. Investitionen und Konsum profitieren von günstigeren Finan- zierungsbedingungen. Gebremst wird die relativ kleine Volks- wirtschaft indes durch ihre Schuldenlast. Dabei gibt es posi- tive Tendenzen: Der hohe Verschuldungsgrad der privaten Nichtfinanzunternehmen sinkt den Zahlen der portugiesi- schen Zentralbank zufolge stetig (September 2017: 137,7 Prozent des BIP), ebenso die Verschuldung der privaten Haus- halte (75,5 Prozent des BIP). Demgegenüber stieg die Staats- schuldenquote im 2. Quartal 2017 auf 132,1 Prozent des BIP. Die Zinsen für die Staatsschuld wiegen schwer, haben aber durch die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, durch Umschuldungen und das gestiegene Vertrauen der In- vestoren auf 3,7 Prozent des BIP abgenommen. Dennoch bleibt das Verschuldungsniveau sehr hoch und macht das Land verletzlich. Investitionen: Robustes Wachstum Nach einem eher schwachen Jahr 2016 haben Portugals Brut- toanlageinvestitionen 2017 kräftig zugelegt – nach Prognosen der EU-Kommission um real 8,1 Prozent. Bereits in den ersten drei Quartalen 2017 betrug der Zuwachs laut portugiesischem Statistikinstitut INE 10 Prozent, mit hoher Dynamik im Bauge- werbe sowie bei Maschinen und Transportmitteln. Dabei dürfte der Anstieg der Maschineninvestitionen (14,6 Prozent) auch mit der Produktion des neuen Geländewagens T-Roc zusam- menhängen, der seit Herbst 2017 im portugiesischen Volks- wagenwerk Autoeuropa vom Band läuft. Die Zentralbank sieht in ihrer drei Jahre umfassenden Prognose die Bruttoanlageinvestitionen bis 2020 robust wachsen, merkt jedoch an, dass ihr Niveau auch 2020 noch um 11 Prozent unter demjenigen von 2008 liegen wird. Nach Angaben der EU-Kommission sollen Portugals Aus- rüstungsinvestitionen 2018 und 2019 weiter um jeweils 7,7 und 9 Prozent zulegen (2017: +12,5 Prozent). Die Bauin- vestitionen, die in den ersten drei Quartalen um 9,2 Prozent stiegen, werden von privaten Wohnungsbauten, urbanen 87 economía HISPANO-ALEMANA Nº 2/2018 1) Waren und Dienstleistungen; 2) vorläufig; 3) Prognosen Quelle:PortugiesischesStatistikamtINE;PortugiesischeZentralbank(Dezember-Prognose) Wirtschaftliche Entwicklung 2016 bis 2018 (reale Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %) Quellen: Portugiesisches Statistikamt INE; Statistisches Bundesamt Wirtschaftliche Eckdaten Portugals

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