Revista CCA 2-2018 calidad media
49 economía HISPANO-ALEMANA Nº 2/2018 In diesem europäischen Rahmen haben wir bei mehr als 400 Projekten deutscher Institutionen mitgearbeitet – erwähnens- wert sind vor allem das Fraunhofer-Institut, das Deutsche Zen- trum für Luft- und Raumfahrt, Siemens, Airbus oder das Karlsru- her Institut für Technologie. Diese Projekte haben hauptsäch- lich mit fortgeschrittenen Herstellungsverfahren, kohlenstoffar- mer Energie, Gesundheit und Alter, der digitalen und vernetzten Welt, städtischen Lebensräumen, Klimawandel und Ressour- cenknappheit zu tun. Tecnalia hat in Deutschland eine Grundstruktur unter dem Namen Tecnalia Germany, die auf einer Vereinbarung für technologische Entwicklung in Neurotechnologie mit der Universität Tübingen be- ruht und auch wichtige Privatverträge mit Unternehmen wie Volkswagen, BASF Chemical oder BUF Composites einschließt. Der Firmensitz von Tecnalia liegt imBaskenland, einer Autonomen Gemeinschaft mit einemhohen Industrieanteil. Wie beurteilen Sie die Entwicklung der Industrie 4.0 und die Fortschritte im Bereich der fortgeschrittenen Fabrik?Was trägt Tecnalia hierzu bei? Tecnalia wurde von Business 20 (B20), einer als Dialogpart- ner für die Gruppe der G20 auftretenden Gruppe von Wirt- schaftsexperten, als Concept Partner im Bereich der Digitalen Wirtschaft und Industrie 4.0 ausgewählt. Meiner Meinung nach zeigt diese internationale Anerkennung sehr gut, wel- chen Beitrag Tecnalia im Bereich der Industrie 4.0 leistet: Wir führen neue technologische Lösungen ein, die es Firmen – besonders kleinen und mittelständischen Betrieben – ermög- licht, den Wandel zu einer Industrie-4.0-Firma zu vollziehen. Tecnalia verfügt zum Beispiel über eine eigene Methode der Diagnostik 4.0 für Industrieunternehmen, mit der zwei Ziele verfolgt werden: Sie soll die technologische Reife einer Fir- ma und ihre Fähigkeit zum Wandel 4.0 analysieren und fest- stellen, welche Prioritäten in der Unternehmensstrategie bei den potenziellen Wandlungsprozessen gesetzt werden müs- sen. Zudem haben wir eine Lösung für die neuen Werkzeug- maschinen entwickelt, die den Zustand von Komponenten, die für die Präzision der Maschine unerlässlich sind, analy- siert und Zeitpunkte voraussagt, zu denen vorbeugende Maßnahmen getroffen werden müssen. Überdies sind wir auch Vorreiter bei der Anwendung der Blockchain-Technolo- gie für Cybersecurity in der Industrie 4.0. Wir haben das ers- te industrielle Blockchain-Labor in Europa mit Blockchain- Plattformen und -demonstrationen sowie diverse Pilotpro- jekte für die Rückverfolgbarkeit von Daten, die alle Phasen der industriellen Lieferkette in verschiedenen Sektoren ab- decken, aufgebaut. Wie gut sind die Firmen auf den digitalenWandel vorbereitet und welche Rolle spielt die Aus- und Fortbildung bei diesemProzess? Für den digitalen Wandel bedarf es nicht nur der Technologie, sondern wir brauchen auch Menschen 4.0, die gut ausgebil- det und in der Lage sind, diesen Wandel zu verstehen. Wir brauchen Leute in den Vorständen und in den Geschäftslei- tungen, die dieses Konzept verstehen und einen Plan entwer- fen können, wie die Digitalisierung in der jeweiligen Firma praktisch umgesetzt werden kann. Ständige Weiterbildung ist ein Schlüsselaspekt, was sowohl die Fähigkeiten als auch die Einstellungen von Personen be- trifft. Der Fachmann der Zukunft zeichnet sich durch seine Flexibilität und die Fähigkeit, sich an eine sich schnell verän- dernde Umgebung anzupassen, aus. Wir müssen anders den- ken, um die Dinge anders und gemeinsam anzugehen. Die Menschen sind der Schlüssel und die Weiterbildung ist das beste Werkzeug.
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