Revista CCA 2-2018 calidad media

48 economía HISPANO-ALEMANA Nº 2/2018 enfoque Das 2011 aus der Fusion mehrerer Technologiezentren hervorgegangene Forschungszentrum Tecnalia setzt mit seinen 1.400 Experten aus 30 Ländern, deren Aufgabe darin liegt, Technologie in BIP zu ver- wandeln, Maßstäbe in Europa. Industrie, Energie und Gesundheit, jeweils mit dem Schwerpunkt Digi- talisierung, sind die drei wichtigsten Arbeitsfelder der Organisation, die mit zwei Dritteln aller baski- schen Firmen, die im Bereich Forschung, Entwicklung und Innovation tätig sind, zusammenarbeitet und seit ihrer Gründung mehr als 6.300 Unternehmen unterstützt hat, 70% davon kleine und mittel- ständische Betriebe. Iñaki San Sebastián, seit 2016 Geschäftsführer, ist dafür zuständig, den zweiten strategischen Plan des Instituts mit einem Planungshorizont bis 2020 umzusetzen, in dem sich Tecna- lia als transformative Kraft in der Industrie postuliert. Herr San Sebastián, das Motto von Tecnalia ist „Entwicklung in BIP verwandeln”. Welche Voraussetzungen sind notwen- dig, damit Firmen mit ihren Innovationen zum Wirtschafts- wachstum beitragen können? Und – ohne die Schlussfolge- rungen des Deutsch-Spanischen Unternehmerforums im kommenden Juni vorwegnehmen zu wollen – wie kann man die Beziehung zwischen Firma und Wissenschaft am besten gestalten? Lebensqualität ist abhängig vom Wirtschaftswachstum. Und das Wirtschaftswachstum ist abhängig von INNOVATION – in Großbuchstaben! Innovation verhilft Firmen dazu, sich von anderen zu differenzieren und sich rentabel zu positionieren, sie steigert den Mehrwert. Die klassischen Wettbewerbsvor- teile, die einzig auf dem Preis und auf gerade so akzeptablen Qualitätsstandards basierten, gelten heute nicht mehr. Statt dessen weisen alle Indikatoren auf einen eindeutigen Zusam- menhang zwischen Wettbewerbsfähigkeit, Wachstum, Arbeit und sozialem Wohlstand hin, wenn man systematisch und in steigendem Maß auf F&E&I setzt. Dafür ist es erforderlich, dass wir von einer Innovationsrheto- rik zur Innovationspraxis übergehen. Bei Tecnalia sind wir da- von überzeugt, dass der Eckpfeiler des Erfolgs für die Bezie- hung zwischen Firmen und dem wissenschaftlich-technologi- schen System in der Zusammenarbeit besteht. Die Unternehmen sind sich bewusst, dass der Schlüssel darin liegt, auf eine Industrie mit hohem Mehrwert zu setzen, eine technologieintensive Industrie, die eine Differenzierung ihrer Produkte und Dienstleistungen auf der Bühne des globalen Wettbewerbs möglich macht. In diese Richtung müssen wir alle steuern. Um einen effektiven Einsatz öffentlicher Gelder im Bereich der Forschung und Entwicklung zu gewährleisten, beginnt die öffentliche Verwaltung gerade damit, Subventionen un- mittelbar an die Ergebnisse der Innovationszentren zu bin- den. Besteht eine solche Regelung auch für Tecnalia und welchen Einfluss hat sie auf das Management der verschie- denen Standorte? Bei Tecnalia forschen wir seit jeher ergebnisorientiert. Wir halten es für notwendig, dass Forschung, Entwicklung und In- novation sich an den Problemen und Bedürfnissen der Firmen orientieren, da die Forschung nur so zu etwas Realem und Greifbarem wird – und am besten schafft man das, indem man sich mit den Problemen der Firmen eng vertraut macht, um ihnen dabei zu helfen, sich den neuen Ansprüchen des Marktes anzupassen; um zu erreichen, dass die Innovation sie besser und konkurrenzfähiger macht; und um so letztend- lich Technologie in BIP zu verwandeln – sodass wir bei der Er- füllung unserer Mission erfolgreich sind. Tecnalia arbeitet mit anderen Institutionen in Europa zusam- men und teilt Mittel und Projekte mit ihnen. Wie weit geht die Zusammenarbeit im Bereich F&E im europäischen Kon- text? Und welches Projekt mit deutscher Beteiligung würden Sie hervorheben? Wir stehen in Spanien an zweiter Stelle, was Beteiligung, An- stellung und Projektleitung im Rahmen der europäischen F&E&I angeht. Um genau zu sein waren wir am vergangenen 31. De- zember an 166 H2020-Projekten beteiligt, von denen wir mehr als 20% auch geleitet haben. Und was noch wichtiger ist: Wir haben bei diesen Projekten 195 nationale Unternehmen beglei- tet, die meisten davon kleine und mittelständische Betriebe. „Die Forschung muss sich an den Bedürfnissen der Firmen orientieren, um real und greifbar zu werden“

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