Revista CCA 2-2018 calidad media
um im europäischen Durchschnitt zu liegen, und fast das Dreifache, um die durchschnittlichen Werte der OECD zu er- reichen. 2015 finanzierten spanische Firmen Aktivitäten im Bereich F&E mit etwas über 6 Milliarden Euro, aber um im europäischen Durchschnitt zu liegen, müssten sie ungefähr 11,5 Milliarden Euro investieren“, betonen Luis Sanz und Laura Cruz, Dozenten im Fachbereich Forschung am Institut für Politik und Öffentliche Güter des Spanischen Nationalen Forschungsinstituts (CSIC) und Mitautoren des Berichts des „Observatorio Social“ von La Caixa. Diese geringe Investition ist den beiden Experten zufolge auf drei wesentliche Faktoren zurückzuführen: Erstens gibt es im spanischen Firmengeflecht besonders viele kleine und mittelständische Betriebe sowie Kleinstunternehmen; zwei- tens tragen große Firmen weniger zur Investition in F&E bei; und drittens spielen die Charakteristiken des Produktions- modells und die sektorale Spezialisierung der spanischen Wirtschaft eine Rolle. „Unter der aktuellen Produktions- struktur können wir nicht genauso hohe Ausgaben für F&E erreichen wie diejenigen Länder, in denen das verarbeitende Gewerbe mit hohem Fachwissen, der High-Tech-Sektor oder die wachsenden Wirtschaftszweige (Informations- und Kom- munikationstechnologie, Biotechnologie, Nanotechnologie, neue Materialien, neue Manufakturen etc.) ein stärkeres Ge- wicht haben“, führen sie aus. Steigerung des Technologietransfers Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage: Wie gehen Unter- nehmen mit der permanenten Notwendigkeit der Innovation in einer sich abrupt verändernden und wettbewerbsorientierten Umgebung um? Für viele liegt die Antwort in der offenen Inno- vation und verwandten Aspekten wie Zusammenarbeit, Exter- nalisierung und Technologietransfer; das heißt, es werden Brücken zwischen den drei großen Bereichen des sogenann- ten Wissensdreiecks geschlagen: der Universität, der For- schung und dem Unternehmen. Innerhalb der spanischen Grenzen war Telefónica schon 2014 eine der ersten Firmen, die auf ein offenes Innovationsmodell setzten, indem sie Telefónica Open Future gründete: ein glo- bales und offenes Programm, das dazu dient, Unternehmer, Start-ups, Investoren sowie öffentliche und private Organisa- tionen in aller Welt miteinander zu verbinden. Dabei bindet es alle Initiativen zur Förderung der offenen Innovation und des Unternehmertums wie Wayra, Talentum oder Think Big mit ein. „F&E&I müssen sich an den Bedürfnissen der Unterneh- men orientieren, da die Forschung nur so zu etwas Realem und Greifbarem wird – und am besten schafft man das, in- dem man sich mit den Problemen der Firmen eng vertraut macht, um ihnen dabei zu helfen, sich den neuen Ansprü- chen des Marktes anzupassen; um zu erreichen, dass die Innovation sie besser und konkurrenzfähiger macht; und um so letztendlich Technologie in BIP zu verwandeln“, sagt Iñaki San Sebastián, CEO des Technologiezentrums Tecna- lia. „Der Eckpfeiler des Erfolgs für die Beziehung zwischen 24 economía HISPANO-ALEMANA Nº 2/2018 Titelthema Gesamtinvestition in Forschung und Entwicklung, Veränderung 2009-2016 (%) Quelle: Stiftung Cotec, INE, Eurostat 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% -5% -10% Vereinigtes Königreich Deutschland EU-28 Frankreich Italien Spanien 39,3% 37,9% 27,4% 13,6% 12,5% -9,1% Foto: BASF
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